"Eure Nahrung soll Eure Medizin sein"

Die Ernährungsberatung ist ein sehr wichtiger Baustein in der Gesunderhaltung eines Lebewesens und bei der Behandlung von Krankheiten.

  

In meiner Praxis biete ich eine unabhängige und individuelle Ernährungsberatung für Ihr Tier an. 

Ich richte mich dabei nach der natürlichen Ernährungsweise des Tieres. 

Dabei wird bedacht, wie sich das Tier in der Natur ernähren würde und wie das in unserer Obhut möglich gemacht werden kann und inwieweit die Domestikation dabei eine Rolle spielt.

Im Handel sind unzählige Futtersorten, Zusatzfutter und Leckerchen erhältlich, da wird man schnell unsicher, denn jeder Hersteller verspricht Reinheit, Gesundheit und Schmackhaftigkeit. Ich möchte Ihnen helfen, in diesem Dschungel das passende herauszusuchen, beziehungsweise die Augen zu öffnen, um die Minderwertigkeit und oft auch Gefährlichkeit einiger Fertigfutter zu erkennen. Viele Hersteller verwenden sehr viele syntetisch hergestellte Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe und Aromen, die sicherlich mitschuldig sind an den immer häufiger auftretenden Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten. Ein Futter, das mit "einer Extra-Portion der lebensnotwendigen Vitamine und Mineralien" wirbt, hat auf Dauer einen schädigenden Einfluss auf die Leber und andere wichtige Organe. Diese Vitamine und Mineralien werden dem Futter chemisch hinzugefügt und vom Hund oder Pferd stetig aufgenommen, aber nicht richtig verstoffwechselt. Anders sind organisch natürliche Mineral- und Vitaminverbindungen, wie sie in der natürlichen Nahrung enthalten sind. Irgendwann ist der Abfallbehälter im Organismus voll und es entstehen Krankheits-Symptome, die dann aber oft nicht mehr dem Futter zugerechnet werden, denn das füttert man ja nun schon jahrelang.... Die ständig entzündeten Ohren oder das "Pfotenbeißen" , sowie viele andere Haut- und Magen-Darm Krankheiten haben hier häufig ihren Ursprung.

 

Wie ist das eigentlich, drücken Sie täglich eine Vitamin- und Mineraltablette in ihr Essen? Oder besser sogar zwei? Nein? Aha!

Macht der Hund bei seinem gefangenen Kaninchen auch nicht. 

 

 

 Die gesunde Ernährung für den Hund - und wie das gehen soll:

 

Wussten Sie, dass Trockenfutter 10 Stunden im Magen verweilt, rohes oder gekochtes Fleisch aber nur 2-3 Stunden?

Wenn man nun bedenkt, dass ein Hund einen sehr kurzen Verdauungstrakt hat und seine Verdauungsvorgänge eigentlich nach 12 bis maximal 18 Stunden komplett abgeschlossen sein sollten, schließt sich Trockenfutter in der gesunden Ernährung eines Hundes aus. Mal abgesehen von der Quellfähigkeit und der Magenerweiterung, die die Trockenfütterung mit sich bringt. Durch das große Volumen des Nahrungsbreis, wie er bei Trockenfutter im Magen zustande kommt, wird die Magenschleimhaut gedehnt und diese gibt dadurch die Info an die Verdauungssäfte, immer brav weiter zu laufen - und das locker zehn Stunden lang. Der "Hahn" für die Säftezufuhr sollte allerdings nach 2 -3 Stunden wieder abgedreht werden. Ist er allerdings 10-12 Stunden geöffnet, bedeutet das bei 2 maliger Fütterung pro Tag also Non-Stop! 

(Aus genau diesem Grund gilt es auch als Super-Gau, wenn Trockenfutter und Feuchtnahrung in einer Mahlzeit gemischt werden! Das eine braucht eigentlich 10 Stunden um weich zu werden und durchzusäuern, das andere ist damit nach zwei Stunden fertig und möchte gerne weiter in den Dünndarm. Zusammen gefüttert führt das demnach zu Fehlgärungen und einem schlechten pH-Wert, weil das eine noch nicht sauer genug, das andere bereits gammelig ist... Wer aus Kosten- oder anderen Überzeugungsgründen auf Trockennahrung nicht verzichten will, für den gilt die Regel: Morgens feucht, abends trocken. Nachts kann das Trockenfutter in Ruhe im Magen liegen, morgens ist der Hund dank Feuchtnahrung schnell agil und fit.)

(Weil das Trockenfutter ja ja schon mal zu der gefürchteten Magendrehung führen kann, füttern manche Besitzer ihren Hund dann drei- statt zweimal, um die Menge pro Mahlzeit zu verringern. Was passiert: wenn morgens um 7 gefüttert wird und dann wieder um 13 Uhr, kommen die trockenen Kroketten auf die bereits 5 Stunden eingeweichten Klumpen und vorverdauten Reste oben drauf, das vermischt sich dann und es entstehen noch mehr Säure-und Gas-Probleme. Ein Teil davon rutscht dann noch nicht ausreichend eingesäuert in den Dünndarm, der Rest bleibt zu lange im Magen. Und dann 5-6 Stunden später kommt erneut eine Portion dröges Zeugs hinzu und das Spiel beginnt von vorn... )

Die lange Verweildauer im Magen führt nicht selten zu Bauchweh und Magenschleimhautentzündungen, auch die Gase, die dabei entstehen sind nicht ungefährlich (und abgesehen davon auch nicht salonfähig). Ein Hund, der sein Futter nicht sofort verschlingt, ist krank. Andersherum: Ein gesunder Hund hat immer Hunger! Das muss so sein, denn in freier Natur würde er sich sicherlich kein Kaninchen entgehen lassen, nur weil es vorher die falschen Kräuter gegessen  oder zu lange Ohren hat. Häufig haben die Hunde gelernt, dass das Futter ihnen Bauchweh bereitet und gehen daher nur zögerlich an den Napf. Für uns als Besitzer bedeutet Mäkeligkeit immer, dass etwas mit dem Hund nicht stimmt. Oder besser gesagt, dass etwas mit der Ernährung nicht stimmt. 

Wenn der Hund nun sein Fressen verweigert, ist die Magenschleimhaut gereizt, die Darmflora durch die Übersäuerung aus dem Gleichgewicht und der Hund hat ganz einfach Sodbrennen. Er schmatzt, gähnt und schluckt häufig ohne gefressen oder getrunken zu haben. Da frisst er dann lieber Gras oder ein Stück Brot vom Frühstückstisch. Das reinigt den Magen oder saugt die überproduzierte Magensäure auf. Aber an den Napf mit dem Zeugs das Bauchweh macht, geht er nicht dran. Ist halt verwöhnt der Hund. Ne, ist er nicht! Er ist schlau, aber arm dran. 

 

Machen Sie sich einmal den Spaß und weichen die Trockenfutterration ein. Die Menge an Flüssigkeit, die dazu benötigt wird, ist groß. Der Brei muss ja weich und formbar werden. So viel Wasser trinkt der Hund selten. Und das erforderliche Wasser für die Organe und die Haut ist da noch nicht dabei. Denn Trockenfutter macht automatisch größere Haufen und damit wird auch weitaus mehr Feuchtigkeit ausgeschieden als bei Feuchtnahrung. Abgesehen davon, beinhaltet Trockenfutter viele Bestandteile, die als Ballaststoffe und unverwertbare Anteile den Kothaufen von sich aus vergrößern. Nierenerkrankungen enstehen zu einem Großteil aus diesem Grund!

Trockenfutter macht durch die lange Verweildauer im Verdauungstrakt dick. Der Organismus hat eben viel mehr Zeit, auch die letzten Fette und Kohlenhydrate abzubauen und letztere in Zucker und dann wieder in Fett umzuwandeln (vereinfacht dargestellt). Die Verfütterung von "Diät-Trockenfuttern" ist daher meines Erachtens absoluter Quatsch. Kein Hund nimmt bei Trockenfütterung ab. Es sei denn, er geht nicht an seinen Napf...

 

Natürlich gibt´s auch die Hunde, die seit Jahren Trockenfutter bekommen und "gesund" sind.

 

Aber es gibt auch Hunde, die verdauen eine alte Schuhsohle und sterben nicht davon.

Ich erlebe es einfach immer und immer wieder, dass ein Hund, der bisher mit Trockenfutter gefüttert wurde, nach zwei drei Wochen barfen oder gutem Dosenfutter ein nochmals anderes und echtes gesundes Erscheinungsbild zeigt. Er pupst weniger, er haart weniger, spielt mehr, riecht netter, rülpst nicht mehr...

 

Wenige Hunde sterben vom Trockenfutter. Aber der Unterschied der Lebensqualität ist enorm. Versuchen Sie es mal. Ich sehe den Unterschied ständig, er begleitet mich seit Jahren. Das überzeugt mich und gibt mir Recht. 

 

 Aber auch das inzwischen gut bekannte BARFEN ist nicht gefahrlos. Der Gedanke an sich ist sehr gut! In der Praxis sieht das allerdings häufig so aus, dass die erstellten Futterpläne Lücken aufweisen, der Besitzer nachlässig wird oder die zusammengestellte Mahlzeit Mängel in den Nährstoffen zeigt. Wer seinen Hund barft, muss sich strikt (!) an die korrekte Zusammenstellung der Mahlzeit halten! Schnell stellen sich Calcium-Mängel ein, da der hohe Fleischanteil an sich schon sehr phosphor-lastig ist: Das richtige Calcium-Phosphor Verhältnis ist sehr wichtig für die Grundversorgung des Hundes. Desweiteren müssen die Fettanteile erhöht und die Gemüse- und Obstkomponenten geraspelt und frisch sein. Wer eine Gemüseflocke aus der Tüte zum rohen Fleisch schüttet, betrügt sich und seinen Hund und dies hat rein gar nichts mehr mit Barfen zu tun... 

Das die Fleischauswahl von großer Bedeutung ist, sollte klar sein, die Qualitäten an Rohfleisch im Handel schwanken sehr und auch die richtige Aufteilung von Muskelfleisch und Innereien ist von enormer Wichtigkeit! Einmal entstandene Mängel können selten bis gar nicht wieder behoben werden. Sogenannte Barf-Profile (Blutbilder zu Überwachung der Gesundheit und richtigen Futterzusammenstellung) sind meiner Meinung nach auch mit Vorsicht zu genießen: Der Körper ist stets bemüht, sämtliche Nähr- und Vitalstoffe im Blut im Gleichgewicht zu halten. Nur so laufen alle Prozesse im Stoffwechsel rund und geschmeidig. Ist von einem Stoff, sagen wir mal Zink, zuwenig im Blut, geht der Körper ruckzuck an die Speicher, im Fall von Zink wären das Augen, Leber, Knochen, Bauchspeicheldrüse und Haut, um dort den Vitalstoff zu mobilisieren und dem Blut zuzuführen. Angenommen, im Blutbild ist jetzt der Zinkanteil noch gerade so eben im unteren Normbereich, dann ist für die meisten alles paletti. In Wirklichkeit werden die Reserven knapp... und wenn der Hund dann erst einmal schlecht gucken kann, dauert es ewig, den Zinkanteil im Auge zu erhöhen. Gesetz den Fall, dass der Zinkmangel überhaupt realisiert und behandelt wird. Dennoch ist das korrekte Barfen eine sehr artgerechte Lösung für die meisten Hunde!

 

Desweiteren gibt es Hunde, für die die Fütterung von rohem Fleisch nicht besonders geeignet ist. Die Verdauung von rohem Fleisch benötigt viel Kraft und viel Verdauungssäfte. Schwächere, alte oder manche kranke Hunde profitieren da eher von einer gekochten, bzw. gedünsteten Nahrung. In der chinesischen Medizin spricht man hier von einer "Schwäche in der Mitte", was bedeuten soll, das der erhöhte Energiebedarf beim Verdauungsvorgang nur schwierig zentriert werden kann, die Energie wird sozusagen vom restlichen Körper (Gehirn, Muskulatur, andere Organe) "abgezwackt" . Erscheint ein Hund also trotz gesunder Barf-Ration müde, leidet er unter immer wieder kehrendem Durchfall oder scheidet sehr große Mengen Kot aus, kann eine Schwäche des Verdauungstraktes und damit der Resorption der Nahrung vorliegen. Auch die bekannten "Kältekrankheiten" wie Arthrose, Spondylose etc, also degenerative Knochen- oder Muskelerkrankungen profitieren ebenfalls von gekochten Rationen, da sie den Organismus nicht mit weiterer Kälte stören und viel leichtverdaulicher sind. Die Hunde werden oft wieder beweglicher und munterer.

 

Noch ein Wort zum beliebten Rinderpansen: Ja, vor 20-30 Jahren war das eine Selbstverständlichkeit, dem Hund regelmäßig Pansen zum Fressen zu geben. Hat den Hunden damals gut getan. Heute ist das anders: Die Rinder, von denen der Pansen ja stammt, werden heute ganz anders ernährt als damals! Früher war es Gras und Heu. Heute: Silage, Gen-Soja und andere Getreide-Mehle. Und das ist ja im Pansen drin... Auch gewaschener Pansen ist heute nicht frei von diesen Futterbestandteilen. Daran denken allerdings nur die Wenigsten.

 

Getreide in der Hundemahlzeit ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen: Die Stärke fördert oftmals die Entstehung von Diabetes, Arthritis, Krebs und anderen Erkrankungen. Die sogenannten "Pseudo-Getreide", wie Sesam, Buchweizen oder Bockshornkleesamen dagegen sind oft gespickt mit vielen gesunden Inhaltsstoffen und dürfen gerne ab und an im Napf landen.  Wenn ein gesunder Hund gelegentlich eine Handvoll Nudeln oder Kartoffeln (ohne Soße) abbekommt, ist da natürlich nichts gegen zu sagen (vorausgesetzt er leidet nicht an Übergewicht oder Unverträglichkeit!). Anders allerdings bei Hunden, die mit Giardien zu kämpfen haben, hier ist strikt von der Verfütterung von Kohlenhydraten abzusehen, da sich die kleinen Biester genau davon ernähren. Giardien muss man aushungern, indem man auf Getreide verzichtet. Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse hingegen sind natürlich erlaubt! Zusätzlich müssen aber oft noch andere Medikamente oder Zusätze als Hilfe gegeben werden. Eine Giardien-Behandlung  kann sich bis zu einem Jahr hinziehen, die frechen Schmarotzer ziehen sich nämlich bei Kohlenhydrat-Mangel hinter die Darmschleimhaut zurück und warten dort auf bessere Zeiten. Eine Stuhlprobe kann daher auch schon mal falsch-negativ ausfallen... 

 

Es gibt aber seit kurzer Zeit einige gute Produkte auf dem Markt: Fertig abgepackte BARF-Menues, die alle wichtigen Bestandteile enthalten und den Bedarf sichern, oder dem "Barf-Gedanken" angelehnte gekochte Menüs in der Dose. Ebenfalls frei von Getreide, anderen Füll-Stoffen, Geschmacks-, Konservierungs- und chemischen Zusatzstoffen. Gerne berate ich Sie hierbei, die richtige Futterwahl für Ihren Hund zu finden.

 

Ich helfe Ihnen auch gern, die Deklaration auf Ihrem Futtersack oder Dose zu entschlüsseln.

Oft gibt es da viele "AHA"-Momente, wenn man erfährt, was da in der Tüte oder der Dose alles drin oder eben nicht drin ist....

 

Die Deklarierung ist eh eine Sache für sich. Oft ist es nur eine Marketing-Strategie, denn gesetzlich geregelt ist hier nur wenig. Viele Konservierungsstoffe müssen nicht deklariert werden, auch wenn sie im Futter enthalten sind. Damit werben, dass das Futter frei von Konservierungsstoffen ist, darf man dann aber trotzdem...

 

 

 

 Haben Sie schon mal einen Haflinger in den Alpen gesehen, der an Sommerekzem leidet? Oder einen Streuner, der eine Geflügel-Fleisch-Allergie hat?    Nein?

Ich auch nicht.

Woran kann das liegen?

 

Bleiben wir zunächst bei dem Haflinger mit Sommerekzem:

Auf der Alm wächst karges, eiweißarmes Gras, dafür aber eine Vielzahl an Kräutern. Ideales Futter für Pferde also. Wenig Eiweiß, viel Rohfaser, viele Mineralien und Spurenelemente dank der Kräuter. Alles, was ein Pferd für ein gesundes Fell und einen funktionierenden Stoffwechsel benötigt. Der Haflinger, dessen Heimat die Alpen sind, trifft hier in unserer Gegend auf die sogenannten "Turbogräser" (schnell wachsend, viel Ertrag, viel Eiweiß, wenig Rohfaser: saftig eben) und auf so gut wie keine Kräuter. Der Stoffwechsel beginnt mit dem reichhaltigen Eiweiß zu kämpfen, der Hafi wird dick und juckt sich ständig. Die allergieauslösenden Stoffe hängen sich zu gern an das überschüssige Eiweiß und das Zink, sonst reichlich in den Kräutern vorhanden, ist nicht da, um die Haut zu schützen. Denn hier gibt es ein weiteres Problem: Unsere Böden werden oft massig gekalkt. Calcium (Kalk) ist der Gegenspieler von Zink......

Aber der Handel bietet ja reichlich Zinkprodukte! Produkte, die schlechte Zinkverbindungen erhalten. Diese können aber nicht richtig vom Organismus resorbiert werden und belasten durch die Zusatzstoffe den Stoffwechsel. Es gibt aber auch hoch verfügbares Zink, das mit ca 80 % verstoffwechselt werden kann und dann auch da ankommt, wo es hin soll. Ist aber doppelt so teuer...

Jedes zweite Pferd in meiner Praxis zeigt im Blutbild einen Zinkmangel. 

 

Beim Streuner ist das ähnlich. In freier Wildbahn würde der Streuner sich ein Huhn nach dem anderen einverleiben und sicher nicht hinterher an Haarverlust, Hotspots oder Durchfall leiden. Das Geflügelfleisch in den meisten Produkten ist aber so minderwertig und im Trockenfutter so stark erhitzt, dass das darin enthaltene Eiweiß völlig denaturiert ist  und mit chemischen Zusatzstoffen versehen wurde, dass auch der freilebende Hund auf Dauer an den neuen Krankheiten leiden würde, die heutzutage immer mehr unsere geliebten Vierbeiner plagen. Die Eiweißbausteine können nicht richtig vom Organismus erkannt werden und stellen sich als Eindringling dar, der eigentlich bekämpft werden muss - die Allergie-Karriere beginnt und die Leber "wächst mit ihren Aufgaben"...

Das gilt hier natürlich nicht nur für Geflügelfleisch! Auch alle andere Fleischsorten sind davon betroffen. 

Zudem ist jedes Trocken- oder Flockenfutter mit Milben belastet, auch die "hochwertigen" Herstellerfirmen können nichts dagegen machen. Milben sind Allergieauslöser par excellence...

Auch der Zusatz: "frei von Konservierungsstoffen" ist tückisch, denn viele von Ihnen unterliegen nicht der Deklarationspflicht und müssen daher gar nicht mit auf das Etikett...

Und das Märchen von der Zahnreinigung durch das Zerbeißen von den Trockenfutter-Kroketten, welches sich immer noch stetig unter den Hundehaltern hält und verbreitet, ist auch wirklich nur ein Märchen. Der Hund ist ein Schlinger. Sollte er mal die ein oder andere Krokette zerbeißen, hat das wenig mit Zahnreinigung zu tun. Der Zahnhals wird auch nicht gereinigt, die Krokette zerplatzt auf den Zähnen... Das können eher Knochen, getrocknete Sehnen etc erledigen. 

In Wahrheit fördern Trockenfuttermittel sogar die Bildung von Zahnstein und Mundgeruch. (siehe oben - Magensäure)

Nur aus diesem Grund produziert ein Hund so viel Speichel: die Nahrung muss schnellstmöglich hinunter rutschen. Im Gegensatz zu uns und den Pferden enthält der Speichel so gut wie keine Verdauungsenzyme, kauen bringt also nix. 

 

 

Der Super-GAU: Mischen von Feucht- und Trockenfutter in einer Mahlzeit.

Hier saugt die Krokette den benötigten Magensaft für die Verdauung des Frischfleisches (auch gekochtes Fleisch) weg. Das Fleisch liegt sehr lange mit dem Breiklumpen zusammen im Magen und gammelt vor sich hin. Im Darm dann fehlen die Enzyme zum Ansäuern des Nahrungsbreis, es kommt auch hier zu Fehlgärungen und sogar Freisetzung von Gasen und Giften!

Fast noch schlimmer: Einweichen von Trockenfutter! Der Brei gelangt so zwar schneller aus dem Magen, aber wird nicht ausreichend eingesäuert, die Keime werden nicht abgetötet und der Darm kann wenig bis fast gar nichts aus dem "Schlabberbrei" herausziehen.Wenn der Hund nach dem Trockenfutter trinkt, "fließt" das Wasser am Mageninhalt vorbei.

 

Was sagt uns das also Alles?

Selber informieren (damit meine ich nicht das Diskutieren in Internetforen!!!), nachdenken und beobachten hilft, jeder möchte doch nur das Beste für seinen Vierbeiner. Auch wenn der Tierarzt oder der Züchter von Trockenfutter schwärmt und überzeugt ist, Sie wissen es jetzt selbst besser, wenn Sie Ihren gesunden Menschenverstand einschalten. Denn die großen Futtermittelhersteller betreiben "Big Business" und sponsern und unterstützen gern ihre Befürworter, die ihre Trockenfutter überzeugt in die Welt verkaufen. 

Wir wissen, das Trockenfutter doch eigentlich wertlos in der Hundefütterung ist, es ist zerstörtes "Fleisch", meist auch von minderer Rohqualität, das dann, damit es es als "Alleinfuttermittel" fungieren kann, mit synthetischen Vitaminen und Ölen besprüht werden muss, denn das, was eigentlich mal im Fleisch vorhanden war, ist zerstört und muss wieder ergänzt werden. Chemisch. 

Denn obwohl es eine so unglaublich riesige Palette von medizinisch wirksamen Futtermitteln beim Tierarzt zu kaufen gibt, gibt es immer mehr Krankheiten und leidende Hunde. (der Fall "Nierenkranker Hund, der mit Nieren-Diät-Trockenfutter behandelt wird" ,spricht doch für sich...)

 

Wer sich weiter bilden möchte, es gibt da zwei augen-öffnende Bücher:

 

1. Hans Ulrich Grimm: Katzen würden Mäuse kaufen

2. Dr. med. vet. Jutta Ziegler: Hunde würden länger leben, wenn...

 

Aber auch für Pferdeleute gibt´s empfehlenswerte Lektüre:

 

"Pferde fit füttern" von Christina Fritz

 

Ich habe mich in meiner damaligen Ausbildung sehr mit der Physiologie und den Verdauungsvorgängen an sich beschäftigt. Wenn man sich mal nicht von den Glanzverpackungen und vielversprechenden Werbeslogans einwickeln lässt, sondern mal schaut, was genau wo, wann und wie verdaut wird, welche Stoffe wie verstoffwechselt, resorbiert und benötigt werden, was Leber, Bauchspeicheldrüse und Niere zu tun haben und wie schnell sie von Konservierungsstoffen, denaturiertem Eiweiß und synthetischen Mineralien und Vitaminen gestört werden, versteht, wie die artgerechte Ernährung aussieht. Nur weil ein Tierarzt begeistert von einem Trockenfutter ist, da es eventuell ein paar medizinisch wirksame Zusatzstoffe enthält, allerdings verdauungsphysiologisch glatter Müll ist, dann ergänzen Sie diese medizinischen Wirkstoffe doch lieber zu der nauturbelassenen Nahrung. Natürlich bekommt ein nierenkranker Hund eine etwas anders zusammengestellte Ration wie ein gesunder oder Pankreas-Insuffizienter Hund, aber die Art der Ernährung bleibt gleich.

Ob nun Tierarzt oder Züchter, viele sind begeistert vom Trockenfutter und für sie ist es das Beste. Ich möchte Züchtern nicht vorwerfen, sich nicht auszukennen, bestimmt haben sie viel gelesen und sich informiert. Die Frage ist nur wo. Beim Hersteller der Futtermittelfirmen schwingt einfach zuviel Eigenmotivation mit... Marketing ist alles. Die Futtermittelindustrie ist ein BigBuisiness und handelt mit Frostschutzmitteln und verkeimtem, infiziertem Fleisch oder eben Augen, Füßen und Federn. Sorry, aber so ist es doch nun einmal. Wenige gestalten ihre Deklaration offen und ehrlich. Und diese müssen dann auch erst einmal verstanden werden. Bei Google und Co, in Foren und auf Firmenseiten ist die Information über artgerechte Ernährung und Verdauungsprozesse mit Vorsicht zu genießen. Wer sein Halbwissen mit viel Selbstbewusstsein verbreitet, hat oft ein gutes Publikum. Empfehlenswert ist dagegen ein Fachbuch über Physiologie und Anatomie. Da steckt dann auch keine Werbung und geschöntes Wissen dahinter ;-) 

 

 

Aber oft ist es nicht nur das Futter an sich, auch die Art, wann und wie gefüttert wird, ist interessant. Manchmal erleiden die Pferde als Dauerfresser in Herdenhaltung als rangniederes Tier regelrecht Stress an der Heuraufe. Auch die Paddockhaltung, wenn Pferde dort stundenlang kein Futter zur Verfügung haben, bedeutet Stress für das Pferd und seinen Verdauungstrakt. Längere Fresspausen (über 4 Stunden) wirken sich als schädigend auf Magenschleimhaut und pH-Wert aus. Ein Pferd besitzt keine Gallenblase, also werden die Verdauungssäfte dauerhaft in den Verdauungstrakt geleitet. Kommt dann kein Futter an, dass mit den Säften durchtränkt wird, enstehen Bauchschmerzen, Kotwasser, Aufgasung und vieles mehr.  Auch Nierenerkrankungen sind in Offenstallhaltungen anzutreffen. Dann gibt es nur eine Tränke und die Rangniederen in der Herde gelangen nur selten zu ihr. Dehydrierung und Verstopfungskolik haben hier oft die Ursache. 

 

Beim Hund ist es ähnlich. Kennen Sie das: Früh morgens muss der Wedler raus, stürzt sich auf Grashalme oder erbricht hellen Schaum....  Hier hat eine Gewöhnung an das ständige Fressen tagsüber stattgefunden. Leckerchen hier, Knochenknabbern da und nachts dann nichts. In der Nacht sind dann trotzdem die Verdauungssäfte weitergeflossen, obwohl ein Hund eigentlich nur Magensäure produziert, wenn er auf den Schlüsselreiz "Fleisch" reagiert. Er es also direkt vor seiner Nase hat. 12 Stunden tagsüber nonstop essen bringt Magen und Bauchspeicheldrüse dazu, auch nachts, wenn nichts gefressen wird, die Verdauungssäfte weiter zu produzieren. Auf Dauer kommt es zu Magenschleimhautreizung, Mundgeruch, Zahnstein und Bauchspeicheldrüsen-Irritationen. 

 

 

Auch Diätpläne oder der Krankheit angepasste Futterpläne sind ein wichtiger Bestandteil in meiner Praxis. Damit ist nicht nur das "Abspeck-Programm" gemeint, sondern auch die Futterzusammenstellung bei Pankreas-, Nieren- oder Schilddrüsen-Erkrankungen und Hautproblemen oder Allergien. Bei Pferden muss bei "EMS" oder "Cushing" und Kotwasser  auch das Futter und die Futterdarreichung optimiert werden. Die Vorstellung, mit der manch ein Patientenbesitzer an mich herantritt, man könne Kotwasser oder Gastritis allein mit ein paar Globulis heilen, konnte ich hoffentlich zunichte machen. Das Symptom zu heilen, bringt hier nichts, man muss das Übel schon an der Wurzel packen. 

 

Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben, die Fütterung ist eines meiner Lieblingsthemen...

 

Aber ich denke, es wurde deutlich, dass die Ernährung einer der wichtigsten Bausteine in einem gesunden Tierleben darstellt und ich daher gerne und ausführlich einen Ernährungsplan für Ihr Tier mit Ihnen zusammen erstelle. 

 

Im Grunde ist es ganz einfach! ;-)

 

Ich habe immer ein offenes Ohr für all Ihre Fragen ;-)

Higgins im Alter von 10 Jahren, gute Ernährung und eine gesunde Lebensführung  machen eben alles aus
Higgins im Alter von 10 Jahren, gute Ernährung und eine gesunde Lebensführung machen eben alles aus

 

Die Verdauung im Hunde-Darm auf chinesisch:

 Der Dünndarm-Professor 

 

Die traditionelle chinesische Medizin beschreibt sehr bildhaft die physiologischen Vorgänge im Körper eines Lebewesens. Den Organ-Funktionskreisen werden bestimmte Aufgaben im Körper zugeteilt, die einerseits wichtige Arbeiten bezüglich Energiebereitstellung und Versorgung für den lebenden Organismus erledigen, andererseits für Harmonie von Körper und Geist und ein gesundes und harmonisches Temperament sorgen.

 

Hier möchte ich Euch den Dünndarm-Professor, Herr Prof. Dr. Canis Lupus Familiaris vorstellen:

Es handelt sich hierbei um ein sehr schlaues und spezialisiertes kleines Männchen, das in den Wirrungen des Dünndarms haust. Es ist schon etwas älter, aber sehr weise und möchte seine Arbeit gern so einfach und gering wie möglich gestalten, bestenfalls auf zweimal täglich einschränken. Wenn alles nach Plan verläuft sieht das dann ungefähr so aus:

 

Morgens und abends rumpelt es gewaltig im Bauch, das Essen ist serviert. Herr Prof. Dr. Canis Lupus Familiaris wird von seinem Nickerchen geweckt. Er bereitet sich vor und stellt sich erwartungsvoll vor den Magenausgang. Nach kurzer Zeit kommt eine herrlich eingesäuerte Breimischung heraus und der Professor drückt seine Knöpfchen am Pult und jede Menge weitere Verdauungssäfte fließen aus Galle und Pankreas herbei. Eifrig macht er sich ans Werk und zerteilt fleißig den Brei in seine Bestandteile. Proteine dahin, Fette dorthin, ein wenig Eisen hier, ein Fitzelchen Kupfer da usw. Andere Bestandteile bekommen kleine Klebezettel auf die Stirn, damit sie auf dem weiteren Weg auch richtig zugeordnet werden können. Unwichtige Stoffe werden mit einem nichtigen Blick weitergeschubst, aber davon gibt es ja nicht viele, denn das hier ist ja das optimale Beispiel…Nach spätestens 2 Stunden hat der Professor seinen Job erledigt und kann sich wieder auf sein Sofa legen.

 

 

Und wie sieht die eher suboptimale Arbeitsgestaltung des Herrn Professors aus:

Es rumpelt wieder gewaltig und das kleine weise Männchen stellt sich vor den Eingang. Aber nix passiert. Es dauert Stunden über Stunden und ihm tun langsam die Füße weh. Er steht bis zum Hals in Verdauungssäften und bekommt langsam Zornesfalten auf der Stirn. Dann endlich gehen die Tore auf und er macht sich schlecht gelaunt ans Werk. Aber was ist das??? Sollen das Proteine sein? Die sehen so anders aus… Wohin damit? Und warum stinkt das hier so? Völlig eingeengt steht der Professor an die Darmwand gequetscht und mit Schweißperlen auf der Stirn versucht er halbwegs irgendwelche nützlichen Bestandteile zuzuordnen. Auf Grund dieser immens großen Menge gelingt ihm das mehr schlecht als recht und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als Unmengen davon unverrichteter Dinge weiterzugeben. Als der feste Klumpen endlich aus seinem Haus raus ist, setzt er sich erschöpft auf sein Sofa. Doch was ist das? Da rumpelt es ja schon wieder??? Kopfschüttelnd und mit schlappen Gliedern stellt er sich wieder brav vor seinen Eingang und wartet. Und wartet… 

Aber es geht noch schlimmer: Der Schwarze Tag im Leben des Herrn Professor: Es rumpelt wieder ordentlich, er steht auf und will zum Eingang gehen, aber dann öffnet sich dieser viel zu früh und eine wahre Überflutung trifft den kleinen Mann, der sich gerade noch an einer Darmzotte festhalten kann und dabei zusehen muss, wie die Nahrung an ihm vorbeirauscht. Ein oder zwei kleine Bröckchen bleiben hängen, diese versucht er mit triefend nassen Klamotten und bei lauten Schimpftiraden irgendwie zu bearbeiten. Doch wie erfolgsversprechend eine Arbeit bei so derartig schlechten Umständen erledigt wird, wissen wir selbst aus eigener Erfahrung.

 

Na, erkennen Sie, um welche Art von Nahrung es sich jeweils handelt?

 

Das erste Beispiel der optimalen Arbeitsplatzgestaltung ist eine Mahlzeit aus einer hervorragend zusammengesetzten BARF-Mischung oder eine BARF-angelehnte und gekochte Feuchtnahrung (hochwertige Dose). Hinter der eher suboptimalen Ernährung versteckt sich ein Trockenalleinfutter, dass 10-12 Stunden im Magen verweilt, bis es halb eingesäuert in den Dünndarm kommt und der schwarze Tag des Professors wurde durch eine frisch mit Wasser eingeweichte Trockenfutter-Mahlzeit verursacht - Trockenfutterbrocken, die mit viel Wasser zusammen den Magen passieren, ohne vorher angesäuert zu werden. Dieser Cocktail rast durch die Verdauungsgänge und nur ein ganz geringer Anteil kann verwertet werden.

Ebenso doof gelaufen für den armen Professor: Nassfutter mit Trockenfutter gemischt: Die Kroketten saugen sich mit Magensäure voll, das Fleisch bekommt nix ab und dann kommt diese Mahlzeit viel zu früh und nicht vorverdaut in die Stube des Professors und gärt und stinkt und steckt fest…)

 

Übrigens:  In der chinesischen Medizin hat der Professor also die eindeutige Anweisung, das „Klare vom Trüben zu trennen“. Da die TCM aber den Körper mit der Seele vereint, bedeutet „Klares“ also nicht nur gutes und artgerechtes Essen, sondern auch Weisheit, Intelligenz und klares Sehen im Hinblick auf das Leben und die zu treffenden Entscheidungen. Das „Trübe“ sind demnach nicht nur Ballaststoffe und Abfälle, sondern auch Trübsinn, schlechte Gedanken und dumme Ideen. Es ist daher sehr schlau vom Körper, genau dort einen so wichtigen Professor einzusetzen. Aber ein guter Mann kann nur dann einen guten Job erledigen, wenn er gesund und bei vollen Kräften ist. Also kann ich hier nur empfehlen, den kleinen Mann möglichst stets bei guter Laune zu halten, dann werden kleine Ausrutscher großzügig unter „Betriebsfeier“ verbucht…

 

Du bist, was Du isst!      

                                     In diesem Sinne, es grüßt Euch herzlichst, Diana Tiebes

 

Die Idee des Dünndarmprofessors entstammt meiner ehemaligen Dozentin Jutta Nebeling

 


Higgins  Tiebes und der Dünndarm-Professor
Higgins Tiebes und der Dünndarm-Professor