Auswahl meiner Artikel

In der Fachzeitschrift des VDT e.V. wurden schon des Öfteren Artikel oder Fallbeispiele  von mir veröffentlicht. 

 

Die Öffentlichkeitsarbeit und der Austausch zwischen Kollegen ist mir sehr wichtig.

Die Artikel kann man auf der Seite Mein-Tierheilpraktiker.de unter Fallbeispiele finden


Der Futterbeutel - oder - Essen Sie auch beim Joggen?

 

Ja, ich weiß, viele Trainer stehen drauf. Mit positiver Bestärkung lässt sich natürlich viel besser lernen und trainieren. Absolut. 

Aber warum das Hauptfutter (und dann auch noch Trockenfutter...)?

Warum nicht Käsehäppchen, getrocknetes Fleisch in kleinen Stücken oder meinetwegen Minikekse? Es geht ja um das Prinzip: Hat Wauzel etwas gut gemacht, gibt´s Lecker. Da muss er nicht von satt werden, er soll sich freuen und eine Belohnung bekommen. Da reicht ein Schnipsel Fleisch. 

Warum dann nicht doch das Futter über den Tag verteilt im Beutel?

Ist ja praktisch, man braucht nicht extra Leckerchen kaufen, die Trockenfutterdinger bröseln nicht und passen ja auch prima in den Büddel...

Warum dann nicht? Darum!:

Der Hund rennt und flitzt, ist aufgeregt und hechelt. Typische Situation beim Spaziergang, bei dem gelernt und gerannt wird. An sich eine tolle Sache. Aber dabei Essen? Ich meine richtiges Essen? Essen Sie auch beim Joggen? Ihr Hauptmahlzeit meine ich, nicht ein Kaugummi... 

Sehen wir das mal aus physiologischer Sicht:

Die Muskulatur arbeitet auf Hochtouren, das Gehirn ist auf Action und Konzentration gestellt. Alle Säfte und Kräfte sind "im Außen", also im Bewegungsapparat und in der Steuerungszentrale versammelt. Der Sympathikus (Action, Fight and Flight, Bewegung, Stress,Reaktion)  ist der Herrscher über die Situation. Der Parasympathikus (Verdauung, Ruhe, Sammlung, Entspannung) ist quasi abgeschaltet. Es gibt eben nur hop oder top. Diese Gegenspieler bestimmen seit Ewigkeiten das Leben. Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Komponenten: Sympathikus (Stress) und Parasympathikus (Peace ;-) ). Der eine rennt, der andere ruht und verdaut. Entweder oder. Zusammen und gleichzeitig geht das nicht. 

Wird gegessen, dann braucht der Organismus für Umwandlung und Transport der Nahrung Kraft und Wärme in der Mitte, also im Verdauungstrakt. Die Energie dazu wird aus den Extremitäten und dem Gehirn abgezogen und in der Mitte zentriert. Gelingt das nicht, weil gerade alles auf Action, Bewegung und Aufregung gestellt ist, wird nicht nur nix verdaut, es wird sogar ungemütlich, unangenehm und faul. 

Trockenfutter braucht zehn Stunden im Magen, um ausreichend befeuchtet und angesäuert zu werden. 

Das ist an sich ja schon schlecht. Jetzt kommt dazu, das es ständig in kleinen Portionen im Magen landet, der gerade sowieso keinen Dienst hat. Der Körper schickt Adrenalin statt Verdauungssäfte. 

Der Hund hat Stress, er weiss, er muss für sein Futter arbeiten, sonst kriegt er nix. Er hat einen "Mordskohldampf", bekommt aber immer nur so kleine trockene Brocken.

 

"Egal, rein damit, weiter geht´s. Jetzt dahinten hinüber rennen, Sitz machen, wieder zwei Bröckchen. Was kommt gleich? Werfen, Apport, Rennen. cool, wieder zwei Brocken. Dann weiter Laufen, Spielen mit zwei Kameraden, Rückruf, Rennen, Sitz, wieder zwei Brocken. Immer noch Hunger. Ablegen und Warten, okay, ich warte, kein Problem, der Magen knurrt, wann ruft sie mich endlich? Jetzt? Nein. Jetzt? Ah, Jetzt! Schnell los und Sitz. Wieder zwei Brocken. Sabber ohne Ende. der Magen knurrt. Wir gehen nach Hause. Total erledigt vom Spielen. Ab ins Körbchen. Total platt, die Muskeln zucken, der Magen drückt, Pups, zuviel Luft... Oh, Frauchen steht auf! Was muss ich machen? Sitzen? Bleiben. Platz? Apport?????? Ich will zwei Brocken! Was muss ich tun????

Ich will Essen!!!! Ich warte auf meinen nächsten Befehl!!!! Sag Was!!!! Was soll ich machen???"

 

Auf diese Weise bleibt der Sympathikus eingeschaltet. Dauerhaft. Es entsteht schlimmstenfalls eine stetige innere Unruhe und bestenfalls nur Verdauungsstörungen (Übersäuerung, Blähungen, Bauchweh, Sodbrennen) und ein schwaches Immunsystem.

Der Parasympathikus wird immer kleiner, die Mitte (Verdauung, Harmonie, Ruhe, Substanz, Blutbildung) schrumpft. 

Wie soll der Hund gesund verdauuen, seine Nährstoffe verarbeiten, wenn er keine Zeit dafür hat, wenn er ständig unter Stress steht und er weiss, er muss draussen parieren und gehorchen, so viel dabei lernen, nur dann kann er überleben. 

 

Bitte füttern Sie Ihren Hund morgens und abends einfach so. Einfach einen Napf mit gutem Essen (Barf oder Nass) hinstellen und nichts verlangen. Vielleicht brav warten lassen, bis der Napf auf dem Boden steht. Mehr nicht. Sie sind auch dann der Chef, wenn Sie einfach freundlich das Essen mit dem Hund teilen, Sie bestimmen, wann es was gibt, es kommt von Ihnen, das reicht. Er weiß das.

Das ist das Ding mit dem Vertrauen.

Draussen gibt´s dann Leckerchen für gute Leistungen. Keine Hauptnahrung. Das Überleben ist zuhause gesichert, bei seinem Rudel, ganz in Ruhe. Draußen ist Action und Spaß, der Chef hat auch coole Leckerchen dabei, es lohnt sich zu gehorchen, weil es Spaß macht. 

 

Diana Tiebes

 

 

Hunde-Ernährung nach den 5 Elementen

Nach der TCM sind Lebensmittel nicht einfach nur Nahrungsmittel zum Satt-Werden, sie werden auch nicht nach Proteinen, Fettgehalt oder Kohlenhydraten eingeteilt. In China betrachtet man das Essen als Teil der Therapie, als Ausgleich und Beitrag zur Harmonie des Organismus.

Die TCM ist eine Ordnungs-Therapie, sie kann sämtliche Körperfunktionen, Gefühle und daraus entstandene Krankheiten den Elementen zuordnen, genauso haben alle Lebensmittel mit ihren Gerüchen, Geschmacksvarianten und thermischen Wirkungen eine Elementzugehörigkeit.

Es gibt daher wärmende bis schweißtreibende, neutrale und kühlende  Nahrungsmittel. Genauso schmecken welche sauer, bitter, süß, scharf oder salzig.

Wir alle kennen sicherlich das erwärmende Gefühl bei dem Verzehr von scharfem Essen oder bevorzugen im Sommer einen Rohkostteller und Salate, da sie eher kühlend wirken.

Diese verschiedenen Eigenschaften wirken alle jeweils auf ein bestimmtes Organ, bzw. einen bestimmten Funktionskreis eines Lebewesens.

Ziel ist es, einen Ausgleich in der Ernährung zu schaffen und somit alle Organe gleichzeitig zu unterstützen/stärken.

(Auf Dauer zu viel Schärfe, reizt die Mitte und die Lunge/den Dickdarm, lange Zeit zu salzig ernährt fördert innerlich zu Wasseransammlungen und äußerlich zu Austrocknung, dauerhaft kalte Nahrungsmittel können Knochenkrankheiten fördern, dauerhafter Genuss von sauren Lebensmitteln überreizen die Leber und es kann zu roten Augen und einem unausgeglichenem Temperament und Aggressionen führen)

Wenn in einer Ration alle 5 Elemente zusammen enthalten sind, fließen die Verdauungssäfte normal, der Organismus erhält alle benötigten Energien und das Gemüt ist ausgeglichen, die Energie fließt in geordneten Bahnen.

Auf diese Weise kann weder ein Funktionskreis mit den dazugehörigen Organen „überversorgt“  noch „unterernährt“ werden.

 

Nach Auffassung der traditionellen chinesischen Medizin bildet die Ernährung (Nahrungs-Energie „Gu-Qi“) zusammen mit der Atemluft die gesamte Energie, die ein Lebewesen von außen aufnehmen kann (zusammen bilden sie das „Zhong-Qi“). Mit Hilfe dessen kann die „Ursprungs-Energie“ (angeborene konstitutionelle Energie – „Yuan-Qi“) unterstütz werden, das ist die Energie, die ein Organismus gesund am Leben erhält. Erlöscht das Yuan-Qi, erlöscht das Leben.

Daher ist es so wichtig, darauf zu achten, was man isst, bzw. was man dem Hund zu fressen anbietet. Für die Chinesen ist die Ernährung ein großer Teil der gesunden Lebensführung (neben Atemtherapie und Regelmäßigkeiten), sie wird mit Bedacht ausgewählt und eingesetzt. 


Diana Tiebes, Juni 2015

                                     Die Leber des Pferdes und ihre Aufgaben 

 

Sie ist ein recht großes Entgiftungsorgan mit gutem Regenerationsvermögen. 

Sie hat ebenfalls zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel und speichert wichtige Nährstoffe.

Sie hilft also bei der Verdauung und bindet Gifte, aber wie?

Die Leber bildet 24 Std. pro Tag Gallenflüssigkeit und gibt sie in den Verdauungstrakt weiter, da dem Pferd eine Gallenblase zur Speicherung dieser Flüssigkeit fehlt. Am Tag kommen da bei einem Großpferd ca. 6 Liter zusammen.  Die Galle ist eine „alkalische Brühe“ , sie neutralisiert den sauren im Dünndarm ankommenden Nahrungsbrei, bindet Fette und bereitet diese für die Verstoffwechselung vor , dämmt Fäulnis-Bakterien ein und färbt bei Pflanzenfressern den Kot grün ein.

Die Leber hilft auch bei der Verdauung der Kohlenhydrate mit,  sie verwandelt diese in die speicherbare Form Glykogen um. In der Leber wird das Glykogen so lange gespeichert, bis die gespeicherte Energie für beispielsweise  Muskelarbeit benötigt wird. Denn bei Bedarf verwandelt sich Glykogen in Zucker und wird in das Blut zurückgegeben. Auf diese Weise reguliert die Leber zusammen mit der Bauchspeicheldrüse das Insulin.

Auch im Protein-also Eiweißstoffwechsel hat die Leber ihre Finger mit im Spiel, sie bildet Speicherproteine und kann Aminosäuren umwandeln.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, z.B. Vit. A,  Beta-Carotin, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan werden hier solange gespeichert, bis sie benötigt werden.

Wenn die Leber aber nun so groß ist und sich so gut regenerieren kann, warum haben dann so unglaublich viele Pferde ein Problem mit ihr? :

Ihre Größe täuscht darüber hinweg, dass die Leber ein schnell überlastetes Organ ist. Früher hatte sie lediglich den Körper von eigenen Stoffwechsel-Abfällen zu befreien, heute  wird sie oft mit einem Gift-Cocktail konfrontiert, den sie nicht bewältigen kann. Jedenfalls nicht lange…

Heute kommen da noch Medikamente, Impfstoffe, Schimmelpilze, Bakterien, Konservierungsstoffe, Pflanzengifte usw dazu.

Und die Abfallstoffe aus der Verdauung sind auch nicht weniger geworden: Zuviel Protein im Futter zum Beispiel bring Leber und Nieren auf Hochtouren, der überschüssige Stickstoff (Proteine) kann nicht ausgeleitet werden und dann kommt es zu Ausscheidungen von Ammoniak, Harnstoff etc über die Haut. Schwitzt das Pferd, kann es zu starken Hautreizungen führen.

Eine Überlastung der Leber kann sich durch sehr vielfältige Merkmale zeigen. Sie ist unter anderem auch für ein intaktes Immunsystem verantwortlich und spielt im Hormonhaushalt eine Rolle mit. So können nach einer länger andauernden Leberfunktionsstörung das Cushing-Syndrom, Hufrehe oder Rosse-und Fruchtbarkeitsprobleme  auftreten. Wichtig ist, die Frühmarker der Leberstörung zu kennen: Sie können einzeln oder mit mehreren gleichzeitig auftreten:

 

·         Wie oben bereits erwähnt: Hautprobleme und Juckreiz

·         Fellveränderungen: Stichelhaare, Farbschatten wie dunklere Flecke oder Streifen  am Bauch und an der Flanke

·         Hufwachstumsstörungen und „Futterringe“

·         Ödeme an den Beinen oder einzelne Gallen an den Gelenken, besonders an der Hinterhand

·         Sehr oft kommt es zu Muskelsteifheit und Sehnen- und Bänderproblemen, Pferde brauchen eine lange Aufwärmphase und vertreten sich häufig

·         Die Leistungsbereitschaft lässt nach, die Pferde sind oft und schnell müde und haben wenig Appetit, es kommt oft zu leichteren bis mittleren Koliksymptomen

·         Die Pferde haben oft Blähungen und neigen zu Kotwasser

·         Gähnen und Flehmen werden oft beobachtet

·         Auch kommt es fast immer zu einer „Miesmüpfeligkeit“. Die Pferde sind schlechter gelaunt, stöhnen oft, zeigen ihren Unmut deutlich und können auch schon mal richtig frech werden

·         Sie werden sehr berührungsempfindlich , wenn man fester über die Rippen streicht und halten beim Satteln vermehrt die Luft an. Allgemein sind sie etwas „aufgedunsen und aufgeplustert“

·         Das Pferd neigt zu Bindehautentzündung oder anderen Augenerkrankungen und ist lichtempfindlich

 

Was mach ich nun, wenn mein Pferd solche Anzeichen zeigt?

In erster Linie erst mal tief Luft holen, nicht in planungslosen Aktionismus verfallen und erst mal überlegen, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Denn das wichtigste bei einer „Leber-Sanierung“ ist das weitestgehende Abstellen der Auslöser. Es bringt zum Beispiel nichts, die Leber zu entgiften und weiterhin falsch zu füttern.

Ein Blutbild ist oft empfehlenswert aber eins ist ganz wichtig dabei zu bedenken:

Wenn die Leberwerte im Blutbild aus der Norm geraten, ist die Funktionstüchtigkeit bereits zu 50-60 % eingeschränkt! Also sind auch leichte Abweichungen eine ernste Sache und sollten Alarm schlagen. Aber nun nicht einfach loslaufen und gleich Mariendistel aus dem Futterladen kaufen, denn Mariendistel ist zwar ein prima Kraut um die Leber anzuregen, jedoch allein nicht ausreichend und abgesehen davon auch nicht in der Lage, die gelösten Giftstoffe aus der Leber und aus dem Körper heraus zu transportieren. Hier kommt es dann zum nächsten fatalen Problem: Die gelösten Toxine schwimmen dann im Blut umher und gelangen in das Bindegewebe, wo sie sich festsetzen und bleiben. Cellulite gibt es auch bei Pferden… Aber dies ist nicht nur ein Schönheitsproblem, sondern belastet den Stoffwechsel weiterhin deutlich.

Will man der Leber also wirklich helfen, steht eine Leberdiät an (eiweiß- und fettarm), reichlich Heu, ein GUTES Mineralfutter und Bewegung. Weiterhin muss die Leber unterstützt werden, das kann mit Akupunktur, Heilpilzen, Homöopathie und Heilkräutern geschehen, ebenso kann Chlorella, Spirulina und MSM helfen. Aber nicht alles gleichzeitig bitte! Der Therapieplan sieht für jedes Pferd anders aus und sollte von einem Therapeuten erstellt werden, der das Pferd auch während der Entgiftungsphase betreut. Die Entgiftung kann nämlich, selbst in die Hand genommen, böse Nebenerscheinungen wie Hautprobleme, Koliken etc. bewirken.

Die Leberdiät soll auch nicht heißen, dass das Pferd erstmal „so gut wie Nix“ zu fressen bekommt. Der „Super-Gau“ für die Leber ist ein wechselndes Zu- und Abnehmen oder ein zu schnelles Abnehmen. Die ganzen freien Lipide (Fette) schwimmen dann im Blut und werden von der Leber aufgenommen: Es kommt zur Fettleber /Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) und das Pferd erkrankt schwer.

 

Januar 2015     Diana Tiebes