Bildquelle: Fernsehsendung von Nihao Deutschland, Interview mit Diana Tiebes über Akupunktur bei Hunden und Pferden
Bildquelle: Fernsehsendung von Nihao Deutschland, Interview mit Diana Tiebes über Akupunktur bei Hunden und Pferden

Traditionelle chinesische Medizin

 

Die Chinesen haben eine ganz andere Denkweise über die physiologischen und krankmachenden Vorgänge im Körper eines Lebewesens. Allein schon die Beschreibung und Benennung klingt anders und fremdartig. Wichtig ist, sich darauf einzulassen und dabei die klassische Schulmedizin einmal geistig „draußen“ zu lassen. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat ihre Anfänge vor über 4000 Jahren und daher ist es verständlich, das sie Begriffe benutzt hat, die sehr bildhaft und fern der heutigen Wissenschaft sind. Das Interessante ist aber, dass sie keinesfalls falsch gelegen hat, nichts von ihren Erkenntnissen musste bisher korrigiert werden, im Gegenteil, sie weist sogar sehr viele Parallelen mit der Schulmedizin auf. Lediglich der Blickwinkel und die ganzheitliche Sicht der Zusammenhänge über das Entstehen und die Entwicklung der Krankheiten ist umfassender und weist ein in sich schlüssiges System auf.

Warum „die Angst in den Knochen sitzt“ und „man Gedanken erst verdauen muss“ wussten die Chinesen schon 2000 vor Christus. Doch dazu später.

Die TCM erklärt alle Vorgänge im Körper mit dem Konzept von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen und der Lebensenergie „Qi“. Dieses in sich schlüssige und vernetzte System erkennt frühzeitig im Körper Disharmonien und entstehende Krankheiten schon sehr früh, da die Imbalancen eine Störung in der Harmonie von Yin und Yang schnell diagnostizieren lassen. Stauungen der Lebensernergie „Qi“  stören den freien Fluss der Energien im Körper und zeigen dem aufmerksamen Beobachter schnell wo es hakt.

Chinesische Ärzte wurden im alten China nur so lange bezahlt, wie der Patient gesund war. Entstand eine Krankheit, hatte er versagt und bekam kein Geld. Eine wahre „Gesundheits-Medizin“!

Auf diese Weise ist diese Erfahrungsmedizin sehr lange gewachsen und gereift, sie kann frühzeitig eingreifen und die Harmonie von Körper und Seele wiederherstellen und dem Organismus helfen, sein Gleichgewicht wiederzufinden.

 

 

Yin und Yang

Die TCM und auch die chinesische Philosophie beruht auf dem Konzept von Yin und Yang. Das bedeutet, alles ist in diese zwei Stadien einer zyklischen Bewegung aufgeteilt, wobei sie fortwährend in das andere übergehen, wie der Tag in die Nacht und anders herum. Sie sind beide voneinander abhängig, kontrollieren sich stets gegenseitig und sind immer im Kern des anderen enthalten, obwohl sie beide gegensätzlich erscheinen. Keines kann ohne den anderen existieren. Ohne den Tag gäbe es keine Nacht, ohne das Helle nicht das Dunkle…

Ein reines Yin oder ein reines Yang gibt es nicht, alles ist relativ und stets in Bewegung und bemüht um ein gesundes Gleichgewicht. Ist eines von ihnen im Mangel oder im Überfluss, entsteht eine Disharmonie und mit der Zeit manifestieren sich Krankheiten.

 

Yin bedeutet:

Nacht, Winter, Kälte, Leere, Dunkelheit, Wasser, Feuchtigkeit, Innen, Ruhe, leise, langsam, unten, weiblich,  rechts, Körpervorderseite, weich, blass, gehemmt, passiv, zusammenziehend, absinkend

 

Yang bedeutet:

Tag, Sommer, Wärme, Fülle, Helligkeit, Feuer, Trockenheit, Außen, laut, schnell, oben, männlich, links, Körperrückseite, hart, rötlich, hektisch, aktiv, expandierend, aufsteigend

Auch wenn diese Begriffe gegensätzlich erscheinen, existieren sie nur durch die Anwesenheit des anderen und sie sind nicht absolut.

 

Qi

Qi ist die Grundlage von Allem,  es ist die universelle Lebensenergie. Alles, was in Bewegung ist, ist Qi.

Ohne Qi ist kein Leben möglich, es befindet sich im ständigen Fluss; pantha rei-alles fließt.

Qi bewegt den Körper, da es sich im Körper bewegt. Es fließt entlang den Leitbahnen (Meridianen)und versorgt alle Organe, wärmt den Organismus, kurbelt den Stoffwechsel an und sorgt für Wachstum und Erneuerung. Das Qi verteilt sich zwar im Körper, ist aber an bestimmten Tageszeiten in manchen Organen, bzw. Funktionskreisen vermehrt enthalten. Das ist die Maximalzeit eines Organs, in der Zeit ist es am kräftigsten, zu diesen Uhrzeiten zeigen sich aber auch deutlich die Funktionsstörungen. Zum Beispiel ist die Zeit der Erde der Vormittag (7-11 Uhr). Wenn morgendlicher Durchfall auftritt, der Organismus lange braucht, um in die Gänge zu kommen (geistig oder körperlich) oder die Beine schwer und angelaufen sind, lässt das auf eine Störung im Funktionskreis Milz/Magen schließen. Oder wenn jemand regelmäßig gegen 3 oder 4 Uhr morgens erwacht, sollte man an das Organpaar Lunge/Dickdarm denken.  Herzinfarkte treffen den Organismus vorzugsweise am späten Vormittag oder mittags (Herzfülle zum Bersten gefüllt).

Die Zeiten der Maximalzeit lassen sich an der Organuhr ablesen.

Qi ist wandelbar und existiert in verschiedenen Formen:

·         Das „Ursprungs-Yuan-Qi“ (Essenz, Jing) sitzt in der Niere und wird mit den Eltern an uns vererbt. Diese Erb-Energie ist die treibende Kraft aller Vorgänge im Körper, eine Art Lebens-Töpfchen mit Batterien, die man nicht wieder aufladen kann. Aus diesem Grund sollte man sehr vorsichtig mit ihr umgehen, sich nicht überanstrengen und seine Kräfte schonen. Vergleichen kann man sie grob mit der DNA-Zellteilungskraft und der angeborenen Konstitution.

·         Das „Wei-Qi“ (Abwehr-Qi oder Immunsystem) hat seinen Sitz im Funktionskreis Lunge/Dickdarm. Es sitzt unter der Haut und zirkuliert dort. Die Haut (auch Schleimhaut), als unser größtes Organ schützt uns vor äußeren schädigenden Einflüssen. Das gesunde Luft und die Art, wie wir atmen, unsere Gesundheit positiv beeinflusst, wissen wir alle. Das eine gesunde Darmflora einen Immunschutz darstellt, weiß inzwischen auch die Schulmedizin.

·         Das „Gu-Qi“ (Nahrungs-Qi) wird von dem Organpaar Milz/Magen bereitgestellt. Das bedeutet, dass die aufgenommene Nahrung entscheidend  für die vorhandene Gesamtenergie im Körper ist. Es bildet zusammen mit der Atemluft das Zong-Qi (Gesamt-Energie) und ist an der Blutbildung (Xue) beteiligt. „Du bist, was Du isst“. So wird deutlich, warum gesunde, ausgeglichene Nahrung und gute Atemluft von so großer Bedeutung für die Gesunderhaltung sind. Allein das Zong-Qi kann das Ursprungs-Qi unterstützen und dafür sorgen, dass es nicht so schnell verbraucht wird und der Körper sich länger an Gesundheit erfreuen kann.

 

Was passiert nun, wenn der Organismus aus dem Gleichgewicht gerät?

Ein Lebewesen mit zuviel Yang hat womöglich ein eher hitziges Temperament, bewegt sich schnell und hat viel Energie. Es neigt zu Juckreiz mit geröteter Haut und Übersprungshandlungen. Es ist öfter mal verletzt durch sein manchmal überdrehtes Spielverhalten, es ist meist mutig und bellt/wiehert oft und laut. Herzerkrankungen sind oft ein Thema, es benötigt viel Nahrung, trinkt mehr. Rote Zunge, rote Schleimhäute und Durchfall verursacht durch den schnellen Stoffwechsel sind oft ein Thema. Die Krankheiten entstehen plötzlich und haben einen akuten Verlauf. Ist das Yin im Überschuß, haben wir es eher mit einem ruhigen bis trägen Tier zu tun. Es kann ängstlich sein, es friert schnell, neigt zu Ödemen und Fettansatz. Es ist sensibel und anhänglich, schnell müde und neigt zu Gelenkerkrankungen. Inkontinenz und Blasenentzündungen treten häufig auf, das Tier speichelt viel und hat eine eher kalte und dicke Haut. Der Stoffwechsel ist verlangsamt, Durchfälle entstehen durch unzureichende Verdauung. Die Krankheiten entstehen langsam und werden oft chronisch.

So ein Yang,- oder Yin-Typus ist natürlich schon bei der Geburt in seinen Grundzügen festgelegt und rassebedingt. Aber ein Überfluß oder Mangel (Fülle/Leere) entsteht nur durch einen gestörten Fluss des Qi. Ein Ungleichgewicht entsteht durch Blockaden, Mangel an Zong-Qi und oder schädigenden äußeren Einflüssen. Oft bedingt das Eine das Andere.

 

 

 

  

 

 Die Organ-Funktionskreise und die entsprechenden Pferdetypen / Hundetypen in der TCM

 

Das Wasserelement      Yin-Organ: Niere            Yang-Organ:Blase

 

Der Ursprung des Lebens ist Wasser. In den Nieren sitzt die Lebensenergie, die das Tier bei der Zeugung/Geburt erhält. Sie ist wichtig für Wachstum und Entwicklung. Die Niere steht einerseits für das Bewahrende und Speichernde, für Ruhe und Besinnung, andererseits für den Lebensweg und seine damit verbundenen Veränderungen. Das Wasser gehört in den Wandlungsphasen zu der Jahreszeit Winter, es steht für das Ende aber auch für den innewohnenden Neuanfang und Sammlung von Lebenskräften für ein neues Erwachen.

Jedem Funktionskreis werden Organe, Körperteile, Charaktereigenschaften/Emotionen, Farben, Gerüche, Geschmäcker und äußere Einflüsse zugeordnet. Mit Hilfe dieser Eigenschaften kann man Muster erkennen und harmonisierend einwirken.

Der Öffner der Niere sind die Ohren. Das heisst, dass zum Beispiel Taubheit eine Nierenschwäche anzeigt (oft angeborene genetische Disposition- Ur-Energie sitzt in den Nieren). Ihr Gewebe sind die Zähne und Knochen (Stütze, Halt, das Bewahrende), sie zeigt sich zudem in der Kopfbehaarung (bei Hunden schlecht festzustellen). Ihre Emotionen sind im Positiven die Willenskraft, im Negativen die Angst (Die Angst bremst uns im Lebensweg, wenn wir ihr Kraft verleihen) Ihr schädigender Einfluß ist die Kälte. Der Geschmack der Niere ist salzig (Wasser), der Geruch modrig, die Bewegung ist abwärts gerichtet und langsam (Kälte bremst die Vorgänge, Schnee fällt abwärts, Flüssigkeiten sammeln sich unten-Ödeme), die Farbe dunkelblau bis schwarz (lange dunkle Nächte, der tiefe Ozean).

Der Wasser-Typus:

Diese Tiere brauchen Halt, sie ordnen sich schnell unter, sie sind allgemein eher ängstlich und unsicher. Sie haben Angst bei lauten Geräuschen und Gewitter und zittern häufig. Der Wasser-Typ hat häufig sehr feine Sinne und Antennen für Emotionen seines Besitzers, er hat ein großes Sicherheitsbedürfnis und ist ein gefälliges Tier. In seiner Angst lässt er sich gut beruhigen, neigt aber auch schon mal zu wechselhaften Stimmungen. Er ist kälteempfindlich, neigt zu Arthrosen und anderen Knochenerkrankungen, die Blase entzündet sich leicht, Inkontinenz spielt oft eine Rolle im Alter. (In der Niere sitzen auch die Anlagen zur Geschlechtsentwicklung, Zeugungskraft und dem Hormonhaushalt, daher spielt eine Kastration, besonders in frühen Alter, eine große Rolle bei der Entstehung von Inkontinenz,  Knochenschäden und Verhaltensänderungen!) Eine Nierenschwäche zeigt sich auch in Form von schlechten Zähnen, Entwicklungsstörungen und frühzeitiger HD oder Knieproblemen und einem schwachen Rücken. Einen Wasser-Typ kann man leicht überfordern.  „Wasser-Krankheiten“ werden schnell chronisch und haben eine schlechte Heilungstendenz. Dennoch sind Wassertiere besonders, weil sie häufig so anders sind. Sie spiegeln schneller ihren Besitzer als andere und können, da sie sehr fein auf die Stimmungen des Besitzers reagieren auch ganz tolle einfühlsame Partner sein. Häufig bekommt man zu einem Wassertier die tiefste Bindung, die zwischen Tieren und Menschen möglich ist.

„Der hat Biss“, „die Angst steckt in den Knochen“, „vor Angst in die Hose machen“

 

 

 

Das Holzelement         Yin-Organ: Leber            Yang-Organ: Gallenblase

 

Holz steht für Wachstum, Expansion in alle Richtungen, Kreativität, Flexibilität und Beweglichkeit mit reichlich Dynamik und Tatendrang. Es ist die Zeit des Frühlings, der Jugend. Der Körper strotzt vor Energie.

 Ähnlich einem starken Baum im Wind, bei dem sich die Äste biegen, aber nicht zerbersten. Holz sucht sich immer einen Weg, wie ein Ast oder Keimling auch mit wideren Umständen zurecht kommt und an Stellen wächst, wo man es nicht für möglich gehalten hätte. So kann allerdings das Holz sich auch selber im Weg stehen und seine Möglichkeiten stark eingrenzen, dann gibt es nur noch den Weg nach oben, oft über sein eigentliches Ziel hinaus.

Die gesunde Leber speichert das Blut und sorgt für ein regelmäßigen Fluss des Qi in allen Leitbahnen. Es entstehen harmonische Bewegungen der Gliedmaßen und Emotionen. Leider ist das Holz anfällig für Störungen. Der schädigende Einfluß der Leber ist der Wind. Ist sie geschwächt, wird der Körper starr, unbeweglich und zornig (steifer Nacken, Sehnenentzündung, Migräne, Raserei)

Die Augen sind der Öffner der Leber( starrer Blick, rote Augen-Leberfeuer), ihr Gewebe sind die Sehnen und Bänder (Geschmeidigkeit, Unbeweglichkeit) und sie zeigt sich in den Nägeln/Krallen/Hufen (brüchige Krallen/Hufhorn bei Leber-Blut-Mangel, Krallen/Hufe als Abwehr-Mechanismus im Kampf)

Ihre Emotionen sind im Positiven die Flexibilität und der Mut (guter und harmonischer Lebensweg, Erfolg; das Lernen, sich und seine Interessen durchzusezten ohne dabei anderen Schaden zuzufügen) und im Negativen der Zorn und die Wut (wenn der Organismus überfordert und festgefahren/gewachsen oder bedrängt/eingezwängt  ist und daher seine Interessen nicht durchsetzten kann; da bleibt oft nur Wut und Aggression, denn Aufgabe ist nur sehr selten die Option des Holzes).

Ihr Geschmack ist sauer (Emotion) , der Geruch ranzig und die Farbe ist grün (Frühling, Baum, Blatt).

Der Holz-Typus:

Das Holztier ist selbstbewusst, mutig, energiegeladen, stolz und gelehrig. Die geborene Führungskraft. Häufig finden wir hier Agility-Profis und Turnierpferde, da sie sehr leistungsbereit sind und sich hier gut abregen können. Ein Leber-Typ ist aber auch ungeduldig, er ärgert sich leicht und vergisst so schnell nichts. Er steigert sich dank seiner cholerischen Eigenschaft gerne auch mal in etwas hinein, ein Zustand, der schon mal gefährlich für alle Beteiligten werden kann. Sie kämpfen eher, als das sie aufgeben.

Holztiere haben bei Disharmonien der Leber häufig Juckreiz, Allergien, tränende und rote Augen. Bindehautentzündungen, Muskelverspannungen, Nacken- und Hüftschmerzen, Hormonstörungen und Läufigkeits-und Rosseprobleme gehören genau so dazu wie auch Viruserkrankungen, die der Holz-Typ schnell aufschnappt. (Wind als Auslöser- bringt schädigende Einflüsse in die Haut). Der alte Holz-Typ ist oft körperlich wie geistig unbeweglich, sie brauchen Routine und sind nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Anpassung ist nicht mehr möglich.

„Laus über die Leber gelaufen“, „Zornesblick“, „vor Wut Galle spucken“, „Brett vorm Kopf“

 

 

Das Feuer-Element                           Yin-Organe: Herz/Pericard        Yang-Organ: Dünndarm/Drei-Erwärmer

 

Die Feuerenergie steht für Wärme, Liebe und Lebensfreude. Es ist die Zeit des Sommers, der langen Nächte und Partys. Nach der traditionellen chinesischen Medizin wohnt im Herzen der Geist Shen, er beinhaltet die pure Lebensfreude. Er wird auch übersetzt mit Aufrichtigkeit, Stolz und Kraft. Die Seele des gesunden Shen sieht man an den glänzenden Augen. Das Feuer befähigt  den Organismus zum klaren Denken und der geistigen Klarheit. Sein Yang Partner, der Dünndarm, hat sowohl in seiner Verdauungsfunktion als auch in der Denkweise und Entschlussfähigkeit die Aufgabe, das Klare ( richtige Entscheidungen und Vorstellungen oder wichtige Nahrungsinhalte) vom Trüben zu trennen. Das Trübe sind mal Verdauungsreste, mal dumme Ideen und Spinnereien. Der kranke, schwache Shen kann diese nicht voneinander trennen und beschäftigt sich mit allerlei Unnötigem, dies führt zu Herzfülle und Herzfeuer. Zu viel Aktion schädigt das Herz, zu viel kühlendes wird von der Niere abgezogen und verbraucht diese und damit die Urenergie. Die Emotion des Herzens ist also im Positiven die Lebensfreude, im Negativen die Überfreude und Erregung. Ein Herztier bekommt selten genug und überhitzt demnach sehr schnell. Das Feuer entfacht schnell lichterloh und gerät dass ausser Kontrolle. Besonders wenn das Holz bereits in einer Fülle ist! (Stereotypien!!!)

Das Herz ist zudem für die Durchblutung zuständig, es transportiert den Geist Shen durch alle Leitbahnen und versorgt die Organe mit Kraft, Energie und Wärme. Das Gewebe des Herzens sind daher die Blutgefäße.

Die Zungenspitze ist der Öffner des Herzens, eine dünne und rote Zungenspitze zeigt einen Herzverbrauch und Hitze an. Der Geschmack ist bitter (Asche) und der Geruch verbrannt. Die Farbe ist rot und die Energie ist aufsteigend (Feuer).

Der Herz-Typus:

Sie sind die Strahlemänner, die Charming-Boys . Herz-Typen sind verschmust und anhänglich. Sie sind edel, das Fell glänzt, die Augen funkeln. Fröhlich tänzeln sie umher, oft zielsicher in den Mittelpunkt. Als Diva wissen sie sich zu präsentieren, sie sind selbstsicher und übernehmen gern die Führung, die sie auf Grund ihrer Intelligenz leicht und problemlos bekommen. (Der Holz-Typ ist auch dominant, aber durch Aggressivität). Sie sind allerdings auch nervös, psychisch eher labil und hektisch. Sie bellen/wiehern viel und laut und schnappen schnell über. In ihrer Panik rennen sie davon und lassen sich nicht beruhigen. Herztiere sind trotzdem gute Partner, sie erfassen schnell die Lage, sind wissbegierig mit einer enormen Portion Energie. Doch Vorischt! Herztiere rennen über ihre Erschöpfung hinweg (Ball-Junkies, Vieh-Treiber). Sie erkennen nicht, wann es genug ist und aus einem Strahlemann wird ein glanzloses depressives Häufchen. Ein verbrauchter Herz-Typ oder ein Feuertier mit mangelndem Shen neigt zu unruhigem Schlaf mit wilden Träumen. Ein unterforderter Strahlemann kann sich aber auch allerhand Unfug einfallen lassen, er wird zur „Drama-Queen“ und leidet sehr unter Verlassensängsten, oft mit  Zerstörungswut.

Epilepsie, Herzinsuffizienzen, Durchblutungsstörungen, Depressionen und Teilnahmslosigkeit sind Erscheinungen, unter denen häufig Herztiere leiden können. Die Probleme von Unruhe und Umherwandern sind abends und nachts besonders heftig. Koppen, Weben etc wird immer heftiger.

„das Herz auf der Zunge haben“, „das Herz springt vor Freude“

 

 

Das Erd-Element             Yin-Organ: Milz                               Yang-Organ: Magen

 

Die Erde ist der Mittelpunkt eines Lebewesens. Sie steht für Beständigkeit, Harmonie und Zentrierung. Sie beinhaltet den gesamten Verdauungstrakt und stellt mit der Lunge (Atem) zusammen die Gesamtenergie zur Verfügung. Sie bildet das Blut und die Substanzen zur Ernährung des Organismus. Sie ist das Zentrum, das alles zusammen und an seinem Platz hält. Die Milz liebt es trocken und der Magen liebt es nass. Das ist einer der Gründe, warum im Verdauungstrakt so viel durcheinander geraten kann. Nicht zu den Mahlzeiten trinken, ausserhalb des Essens aber schon und dann bitte reichlich und warm… so könnte die flehende Bitte der Mitte klingen. Die Erde ist die Position in der Mitte. Um sie herum dreht sich alles, fällt sie weg, haben die anderen kein Zentrum, um das sie sich drehen können. Sie liebt es in Harmonie zu leben und verkümmert bei Lieblosigkeit und übermäßigen Sorgen um ihre Lieblinge. In dieser Mitte sitzt auch die Intelligenz und die gesunde Denkfähigkeit. Die positive Emotion ist die Liebe und die Harmonie, die negative das ständige Grübeln und sich Sorgen machen.  Aber ein ungeliebtes, sorgenvolles Lebewesen kann nicht klar denken, auch eine ungesund ernährte Mitte ist planlos, träge und vernachlässigt alles andere um sich herum. Durch übermäßiges Grübeln und bei ungesunder Ernährung entsteht ein Milz-Qi-Mangel, die Mitte kann also keine Energie für die anderen Organe bereitstellen und zieht alles mit in Leidenschaft. Ihre eigentlich abwärts fließende Energie steigt auf und führt zu Erbrechen oder „durchfließen-lassen“.  Sie steht also stets in engem Kontakt zu den anderen Funktionskreisen, sie ist ein Teil von ihnen. Ihre Hauptaufgabe ist die Transformation und die Weitergabe an die anderen vier Elemente.(Die Erde ist die Zeit des Spätsommers, der Ernte, die Zeit der süßen Früchte, die im Laufe der Wandlungsphasen gewachsen sind. In der TCM ist die Erde allerdings auch in jeder Jahreszeit an den letzten 18 Tagen enthalten; dies ist oft die Zeit der Magen-Darm-Erkrankungen)  Das Gewebe der Milz ist das Bindegewebe (auch Faszien) und damit der Muskulatur. Sie bestimmt die Form und Masse eines Körpers. (Die Leber bestimmt über die Geschmeidigkeit der Muskeln durch freien Fluss von Qi und Blut). Der Öffner sind die Lippen. Die Farbe ist gelb (Getreide), der Geschmack süß (Früchte) und der Geruch ist angenehm lieblich bis würzig.

Der Erde-Typus:

Ein Milz-Typ ist ein angenehmer, zuverlässiger und treuer Vertreter.Ein echter Therapiehund/echtes Therapiepferd. Die Kinder lieben ihn und er liebt die Kinder. Er ist unglaublich geduldig. Er verlangt aber auch seinerseits Geduld, denn er lernt langsam, ist öfter faul und träge und ständig auf der Suche nach Fressbarem. So leidet er häufig an Übergewicht. Doch trotz aller Bequemlichkeit kann das Milztier auch mal voll aufdrehen. Aber nur, wenn es Lust hat… und es vielleicht eine schmackhafte Belohnung dafür gibt. Seine Muskulatur ist eher weich und untrainiert, er sucht die Wärme und Geborgenheit. Bei  Stress und oder feucht kaltem Wetter kann es zu Durchfällen kommen. Auch Ödeme, Knoten im Fettgewebe und Arthrosen machen dem Erde-Typ zu schaffen, durch die häufigen Stoffwechselprobleme treten auch Verklebungen der Faszien auf, da sich hier die Schlackenstoffe ansammeln können. Eine Milzschwäche zeigt sich zudem in vermehrtem Speichelfluss und kalten Gliedmaßen, auch Organvorfälle sind möglich. Ist er krank, kommt es zu sonst nicht milz-ähnlichem Appetitverlust.   Dieser ideale Familienhund ist der angenehm unauffällige Wedler, der gern überallhin mitgenommen werden möchte. Das gibt auch eigentlich nie Probleme, denn ein liebevoller Milz-Hund ist immer willkommen. Als Pferd kann man sich hier gern den Typ „kleiner Onkel“ vorstellen.  Aber auch hier Vorsicht: Der Milz-Typ leidet still und hat mehr Stress durch seine Sorgen-Macherei, als man es ihm ansieht. Schlechte Haltungsbedingungen schaden diesem Typus am meisten.        „geerdet“, „Gedanken erst verdauuen müssen“, „auf den Magen geschlagen“, „er ruht in sich“, „ein voller Bauch studiert nicht gern“,  und auch „der hat doch nicht alle beisammen!“

 

 

Das Metall-Element      Yin-Organ: Lunge            Yang-Organ: Dickdarm

 

Das Metallelement steht für Rhythmus im Leben. Für Annehmen und Loslassen. Auch hier gibt es einmal den physiologischen und andererseits den emotionalen Aspekt. Aufnahme von Sauerstoff und Energie durch das Nahrungs-Qi, Abgabe von nicht verwertbarer Luft und Verdauungsresten. Es bedeutet aber auch Offenheit für Neues und Annahme des Lebens, sowie das Loslassenkönnen von Geliebtem und einst Brauchbarem. Dieses Ein- und Ausatmen ist lebensnotwendig auf beiden Ebenen. Es verbindet das Innere mit der Außenwelt. Störungen in diesem Ablauf führen zu Distanziertheit, zu starker Abgrenzung und Resigniertheit. Veränderungen können nicht akzeptiert werden, Weisheit und Gerechtigkeitssinn des Metallelements sind verschwunden. Das Metall gehört zur Wandlungsphase Herbst. Die Energien sind zusammenziehend, nach innen gerichtet. (Blätter fallen vom Baum, der seine Kraftreserven in den Ästen speichert). Der Lungenfunktionskreis stellt das Wei-Qi (Abwehrsystem) auf, es wird unter der Haut verteilt, wo es zirkuliert und die Haut durch Porenschließung oder Öffnung (Schwitzen) vor Krankheitserregern schützt. Die Schutzbarriere Haut als Abgrenzung zur Außenwelt. Die negative Emotion der Lunge ist die Trauer, die positive ist die Weisheit. Ihr schädigender Einfluss ist neben der Trauer die Trockenheit. Haut und Schleimhäute lieben es befeuchtet, andernfalls kommt es zu Störungen. Ihre Farbe ist weiß (in China ist die Farbe der Trauer weiß), der Geruch verrottet (Laub) und der Geschmack ist scharf (scharfe Lebensmittel lassen einen schwitzen). Die  Nase ist der Öffner der Lunge. An ihr sehen wir besonders gut beim Hund, wie es um den Lungenfunktionskreis steht.

Der Metall-Typus:

Es ist ein sehr schlaues und lernfähiges Tier, das fast allen Anforderungen gewachsen ist. Es kann selbstständig arbeiten und ist allgemein eher unabhängig, auch bei komplizierter Aufgabenstellung („Cow-Sense“).Ein Einzelgänger, der sich seine Freunde aussucht, aber nicht zwingend braucht, trotzdem ist er im Umgang mit anderen unproblematisch. Rettungshunde und Fährten-Profis sind hier häufig vertreten. Es hat ein ausgeglichenes Temperament, tut sich allerdings schwer mit Langeweile. Es braucht Aufgaben, nur wenn es müde ist, kann der Metall-Typ entspannen.Er durchschaut jeden Fehler im Training und ist daher ein guter Lehrer.  Neues und Fremdes wird erst aus der Ferne begutachtet. Er liebt sein gewohntes Reich, seine immer wiederkehrenden Abläufe (Rhythmus), alles andere bedeutet Stress und den hat ein Metalltier schnell. Kennt er sein Rudel /Herde und sind dort angenehme Partner, kann er dennoch sehr gesellig sein. Sein Sinn für Gerechtigkeit und sein intelligentes und abgeklärtes  Auftreten verleihen ihm eine gute Position. Rangkämpfen geht er aus dem Weg. Kommt das Metallelement aus dem Gleichgewicht, was öfter passiert, aber häufig zu spät bemerkt wird, werden Lunge und Dickdarm geschwächt. Allergien, Hautkrankheiten, Immunschwäche, Verdauungsstörungen, Atemwegserkrankungen, mangelnde Lebensfreude bis zur Trauer-Depression sind Möglichkeiten von Metall-Dysfunktionen. So leise wie die Blätter vom Baum fallen, so leise leidet der Metall-Typ. Er wird manipulierbar, lässt sich ausnutzen und liegt introvertiert weit ab vom Rudel/der Herde. Sein einst glänzendes Fell wird stumpf, der Kopf wird tief getragen. Auch wird er anfällig für Vorhand- und Schulterprobleme. Husten wechselt oft mit Hauterkrankungen. Die Trauer beim Verlust eines geliebten Sozialpartners ist groß.                 „Das geht unter die Haut“, „das nimmt die Luft zum Atmen“

 

 

 

 

Der Hervorbringungszyklus und der Kontrollzyklus

 


Die 5 Elemente folgen in den Wandlungsphasen einem bestimmten Ablauf:

Das Wasser nährt das Holz und lässt es wachsen, das Holz facht das Feuer an, das Feuer  düngt die Erde mit seiner Asche, die Erde beherbergt und bildet Metalle, die Metalle reichern das Wasser an und werden dort gespeichert (Hervorbringungszyklus).

Der Kontrollzyklus überspringt eine Phase und kontrolliert, bzw. unterstützt diese:

Das Wasser bändigt oder löscht das Feuer, Feuer lässt Metall schmilzen und macht es formbar, das Metall( Axt) fällt das Holz und macht es nutzbar, Holz durchdringt die Erde und befestigt diese, die Erde hält das Wasser zurück (Damm).

Für die Funktionskreise und ihre Emotionen bedeutet das:

Überregung und Hitze werden durch das Wasser gekühlt, die Lebensfreude des Herzens macht den Einzelgänger gesellig und gibt ihm Lebenslust, die Weisheit und Abgeklärtheit des Metalls dämpft die Wut des Holzes, die Bequemlichkeit der Erde wird durch den Tatendrang des Holzes gesprengt und die Angst  des Wassers wird durch Ruhe und Besinnung der Erde gedämpft.

Genauso auch bei den Körperfunktionen:

Die Wärme des Feuers spendet Energie für die Verdauungsvorgänge, der Magen als Flüssigkeitsverteiler spendet der Lunge und dem Dickdarm die Feuchtigkeit, die Niere bildet das Blut (mit der Milz) und die Leber speichert es,diese wiederum gibt es in die Gefäße des Herzens frei .

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Diana Tiebes, Seminarunterlagen "Der Hund und die  5 Wandlungsphasen"

           

Higgins beim Fotoshooting für die 5 Elemente-Ernährung von Barkhofen Tiernahrung
Higgins beim Fotoshooting für die 5 Elemente-Ernährung von Barkhofen Tiernahrung

Welchen Typ haben Sie als vierbeinigen Freund? 

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten oder lernen möchten, wie Sie Ihrem Hund helfen können, z. B. mit selbst durchgeführter Akupressur oder individuell abgestimmten Ernährungszusätzen oder Kräutermischungen - rufen Sie mich an, ich berate Sie gern. 

Auch Gruppentermine sind möglich.